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Iserlohner Kreisanzeiger 16.6.1981 Rockmusik ganz ohne Reue Leider nur wenige Zuhörer bei „Headway“-Konzert Hemer. (koe) Ausgesprochen viele Zuhörer waren zwar nicht zum Rockkonzert der Hagener Gruppe „Headway“ gekommen, doch sollte deshalb nicht auf mangelndes Interesse bei Hemers Jugend an solchen Veranstaltungen geschlossen werden. Vielleicht lag's an zu wenig Werbung oder der SchützenfestKonkurrenz. Die etwa 80 Jugendlichen, die in der Aula der Realschule an der Parkstraße den „Headway“-Klängen lauschten, bekamen Musik geboten, die hauptsächlich von Gitarre und Gesang geprägt waren. Komplettiert wurde der „Sound“ durch eine „warme“ Hammond und die mehr füllenden als treibenden Instrumente Baß und Schlagzeug. Erinnerten die Eröffnungsstücke noch stark an die „alten“ Nektar, so schwenkten die fünf Musiker bald in Richtung Blues und Rock'n'Roll. Auch ein Erinnerungslied an John Lennon durfte nicht fehlen. Die Eigenkompositionen setzten sich durchweg aus mehreren Teilen zusammen. Überraschende Rhythmuswechsel ließen die Stücke zwar in einem abwechslungsreichen Gewand erscheinen, hatten aber gelegentlich den Nachteil, daß, wenn die Zuhörer anfingen mitzuklatschen, sie eben ein solcher Wechsel aus dem Konzept brachte. Keinerlei Probleme dieser Art gab's auch bei einer zwar einfach aufgebauten, aber „ins Ohr gehenden“ Gitarren/Gesangskomposition, die balladenhaft begann, sich dann aber durch den nacheinander erfolgenden Einsatz der restlichen Instrumente weiter steigerte. Lang anhaltender Applaus belohnte Rolf Esser (Gitarren, Gesang), Meinolf Kröger (Tasteninstrumente, Werner Weber (Schlagzeug) und Ludger Schürmann (Baß, Gesang). Für den frisch verheirateten Mixer war kurzfristig ein Ersatzmann eingesprungen, der seine Sache recht ordentlich machte auch wenn die vom Band eingespielten Sturmgeräusche einmal mitten in die Ansage „rauschten“. Besonders lobenswert war die angenehme Lautstärke, in der sich das Konzept abspielte. Sie ließ keine „Reue“ in Form von Ohrensausen und anderen unangenehmen Begleiterscheinungen aufkommen, wie sie bei vielen Profigruppen und Amateuren, denen „Power“ über sauberes Spiel geht, häufig vorkommen. |