Online Magazin "Musikertreff Hagen" 2004

VERBORG EFFECTOR

Wenn eine Hagener Band zu Unrecht der schleichenden Vergessenheit anheim gefallen ist, dann ist es VERBORG EFFECTOR. Sicher, sie entsprachen von Anfang bis Mitte der 70er- Jahre nicht dem damals aktuellen Glam-Rock-Ideal, keine kurzen Songs, die man einfach mitsummen konnte, sie waren eher dem Jazz Art- oder Symphonic-Rock zugehörig. VERBORG EFFECTOR, gegründet Anfang 1972, das war intelligente Musik, die alle Register zwischen Rock & Roll, Jazz und philharmonischer Musik bzw. Musical zogen.

Es dauerte fast zwei Jahre bis VERBORG EFFECTOR aus dem Keller des Elternhauses ihres Technikers Harro Kleffmann auf die Bühne kamen. In diesem Fall sogar die der Städtischen Bühne Hagen. Auf einem Bandwettbewerb, an dem 1973 drei Gruppen teilnahmen, sollte die Band ermittelt werden, die für das neu gegründete Jugendtheater Tut was ihr wollt die begleitende Gruppe werden sollte. Im ausverkauften Stadttheater vor 800 meist jugendlichen Zuhörern - über 200 musste der Eintritt verwehrt werden - überzeugten VERBORG EFFECTOR sowohl Publikum als auch die Jury. Das war der Anfang einer der interessantesten, wenn auch kurzen Bandlaufbahnen nicht nur Hagener Bands.

1974 wurde "Tut was ihr wollt" aufgeführt. Im gleichen Jahr wurde VERBORG EFFECTOR weit über die Grenzen Hagens heraus bekannt, als Amnesty International für eine Veranstaltung in Hagen die Gruppe als Vorband für BIRTH CONTROL buchte.

Das größte Projekt sollte allerdings noch folgen. Zusammen mit Kapellmeister Hans Hoffmann der Städtischen Bühnen erarbeitete die Band ein sinfonisches Werk, das Rockmusik und Jazz mit klassischer Orchestermusik und Chor verband. OVEC (Orchester - Verborg Effector - Chor) war das erste Projekt dieser Art in Deutschland von deutschen Musikern. Das komplette Orchester, VERBORG EFFECTOR und fast 200 ChorsängerInnen bewiesen in der ausverkauften Ischelandhalle, dass hochwertige musikalische Experimente in Deutschland - und in Hagen - möglich sind.

Leider lösten sich VERBORG EFFECTOR im Laufe des Jahres 1975 auf. Schade, es hätte sehr spannend werden können.