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Westfälische Rundschau 05.03.2008 Auf den Tag genau vor 33 Jahren: Rock und Jazz trafen Klassik in der ausverkauften Ischelandhalle 1975 brach „Verborg Effector" das Eis Von Martin Schirmer Hagen. Keine drei Wochen ist es her, da feierte Hagen ein Konzert der Extraklasse.Jon Lord, Mitbegründer der legendären „Deep Purple", und das Philharmonische Orchester der Stadt bestritten ein Crossover-Spektakel in der ausverkauften Stadthalle. So toll Idee und Umsetzungen waren - es war keine Hagener Premiere im Bereich „Klassik trifft Rock". „Heute auf den Tag genau vor 33 Jahren hat es das schon einmal gegeben", erinnert sich Meinolf Kröger an ein ebenfalls denkwürdiges Konzert. Kröger war Keyboarder der Jazzrocker „Verborg Effector". Die Band spielte in der Besetzung Meinolf Kröger, Hanno Vorwerk (E-Bass), Ernina Broermann (Querflöte), Rolf Esser (Gitarre, Gesang), Klaus Wicke (Drums) und Martin Verborg (Geige/Saxofon). Als Techniker war Harro Kleffmann mit dabei. „Verborg Effector" galt in Hagen als Pionier der progressiven Musik. „Wir orientierten uns an Bands wie Gentle Giant oder auch an Genesis." Gerade der Genesis-Sound nämlich war zu jener Zeit nicht wie heute kommerziell weichgespült. Genesis waren für viele Musikliebhaber damals richtungweisend. „Projekt OVEC" nannte sich das großangelegte Konzert, an dem neben Orchester und Band auch 150 Schülerinnen und Schüler beteiligt waren. „Die stellten den Chor", erinnert sich Keyboarder Meinolf Kroger gern an das große Spektakel vor über 1500 Besuchern. Die Idee zum Projekt wurde bereits 1974 geboren. „Verborg Effector" begleitete damals das Jugendmusical „Tut was ihr wollt". Es blieb nicht bei Gedankenspielen. Im Gegenteil: „Die Theater- und Orchesterleitung war begeistert und sicherte uns ihre Unterstützung zu." Besonders der damalige Kapellmeister Hans Hofmann stand diesem neuen Gedanken, Rock und Jazz mit Klassik auch in Hagen zu verbinden, sehr positiv gegenüber. „Jon Lord hatte ja 1969 das Eis mit seinem Crossover-Gedanken gebrochen." Viele Musiker des Hagener Philharmonischen Orchesters hätten jedoch mit dieser Art von Musik nichts anfangen können. Rock war 1975 in Deutschland eben nicht salonfähig. Aufgeführt wurde die Arbeit „Changes", die in Zusammenarbeit zwischen „Verborg Effector" und Hans Hofmann entstand, sowie die „Ruslan und Ludmilla-Overtüre" von Michail Glinka und die „Gajaneh-Suite" von Aram I. Chatschaturian. Es blieb die einzige Zusammenarbeit zwischen Band und Orchester. Hans Hofmann verließ kurz darauf Hagen, „Verborg Effector" löste sich 1975 auf. Doch für Meinolf Kroger bleibt „Projekt OVEC" bis heute ein unvergleichbares, bahnbrechendes Musikereignis. |