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Der Anfang und der legendäre AC30
28. Februar 1917 - Thomas Walter Jennings wurde in Hackney, London, geboren.
1941 - Tom Jennings wird aus Gesundheitsgründen aus den Royal Engineers während des zweiten Weltkrieges entlassen und bekommt einen Job in einer Munitionsfabrik, Vickers in Kent. Hier trifft er Dick Denney, der auch ein Amateurmusiker ist, Gitarre spielte und sich sehr für Funk und Elektronik interessierte.
1944 - Als ausgezeichneter Akkordeonist, eröffnet Tom Jennings, eine Teilzeitfirma, die mit Instrumenten, hauptsächlich Akkordeons, aus zweiter Hand handelt.
1945 - Am Kriegsende trennten sich Jennings und Denney. Jennings machte aus seinem Musikladen eine Vollzeitbeschäftigung.
1946 - Tom Jennings erwarb seine ersten Geschäftsräume und ein Büro in Dartford Road Nr. 119, in Dartford, Kent. Die Firma begann, Akkordeons und anderen Musikerbedarf für den Verkauf zu importieren.
Ende der 1940er Jahre: Jennings produziert ein elektronisches Keyboard-/Orgel-ähnliches Einton-Instrument namens Univox. Es verkaufte sich sehr gut und brachte Tom Jennings das notwendige Kapital zum Expandieren.
1951 - Tom Jennings gründet die Jennings Organ Company.
1956 - Mit Beginn der Rock ’n’ Roll Revolution, wandelte Jennings die Verstärkersektion seiner elektronischen Orgeln in E-Gitarre taugliche Typen um. Allerdings wurde das Projekt wegen mäßigem Erfolg eingestellt.
In der Zwischenzeit, als er sich von einer schweren Krankheit erholte, hatte Dick Denney weiterhin mit Gitarren und Verstärkern experimentiert und hatte einen Amp mit 15 Watt und einem 12" Lautsprecher gebaut. Dieser produzierte einen druckvollen Sound der später noch durch einen Tremoloeffekt erweitert wurde.
Nachdem er einige dieser Verstärker gebaut hatte, brachte ein Kollege einen der Amps in den Laden von Tom Jennings, und einige Tage später bot Tom Jennings Dick Denney einen Job an.
1957 - Nachdem Dick Denney den Posten des Chefingenieurs annahm, wurde Jennings Musical Instruments (JMI) gegründet und eingetragen, mit Tom Jennings und seiner Frau als Geschäftsführer. Sozusagen die Geburtsstunde der Firma Vox.
Januar 1958 - JMI produziert seinen ersten Gitarrenverstärker mit 15 Watt unter dem Markennamen Vox. Er wurde AC15 genannt und war ein kombinierter Verstärker und Lautsprecher, sprich Combo Amp mit 15 Watt Output.
1958 - Tom Jennings least Geschäftsräume in Charing Cross Road 100 in London, mit dem Absicht, Fender Gitarren und schließlich Vox Verstärker zu verkaufen. Im Zuge der stärker werdenden Rock ’n’ Roll Szene, kauft die damalige Backingband von Cliff Richard, The Shadows (!), AC15 Verstärker und die Leute begannen, den genialen, cleanen Gitarrensound zur Kenntnis zu nehmen. Sehr bald verwendeten andere neue Bands den Vox AC15, Bert Weedon, The Checkmates mit dem Sänger Emile Ford, The Migil Five und der Joe Loss Band.
Ende 1958 - Vox produziert den AC4 und den AC10. Der AC4 war ein Übungsverstärker mit 4 Watt und einen 8" Lautsprecher. AC10 war ein vereinfachter AC15 mit einem 10" Lautsprecher.
Mit dem „Twin“ Verstärker aus den USA als Hauptmitbewerber und der Tatsache das größere Veranstaltungsorte für die Events ausgesucht wurden, war die Notwendigkeit für einen Verstärker mit mehr Volumen geboren. Da die Bands nur wiederwillig zwei AC15 Verstärker in Tandem verwenden wollten, wird vorgeschlagen, den AC15 einfach Leistungsmäßig zu "verdoppeln". Natürlich war man mit den Ergebnissen der EL84 Röhren, die im AC15 verwendet wurden sehr zufrieden und bevorzugte diese gegenüber der stärkeren EL34. So wurde beschlossen, vier EL84 Röhren statt lediglich zwei EL34 Röhren zu verwenden, was bei Verstärkern mit ca. 50 Watt Ausgangsleistung eigentlich üblicher war. Die Stromversorgung des Netztransformators und der Gleichrichterröhre wurde verbessert und ein größerer Ausgangstransformator mit 30 Watt verwendet. Erste Prototypen hatten einen einzigen Audiom 80 Speaker von Goodman. Die Ergebnisse waren nicht zufriedenstellend und deshalb passte man die Größe des Verstärkers für die Verwendung von zwei Goodman Speakern mit je 15 Watt an. Die früheren Probleme waren nun beseitigt und der klassische AC30 war geboren. Offiziell hieß er AC30/4, da er vier Eingänge hatte, zwei für den normalen Kanal und zwei für den Vib/Trem Kanal oder "Vibravox" Kanal, wie er Anfangs genannt wurde.
Ende 1959 - Die Gruppe The Shadows übernehmen drei AC30 Amps. Nicht ganz zufrieden mit den Ergebnissen die die Audiom Speaker von Goodman lieferten, entschlossen sich Tom Jennings und Dick Denny die von Celestion völlig neu entwickelten Celestion G12 Lautrecher mit Alnico Magnet, in Blau im AC30 zu verwenden, die in der Folge als der Vox "Blue" oder „Bulldog“ Lautsprecher bekannt wurden. Der Blue AlNiCo Speaker hat einen enormen Anteil am legendären Vox Sound und ist maßgeblich mit für den Erfolg von Vox verantwortlich.
Juli 1960 - The Shadows erreichen Platz eins mit ihrem ersten Instrumentalstück, Apache. Der Sound des AC30 war überdeutlich zu erkennen, und so wurde der Name Vox sehr bald als „der Beste“ der britischen Verstärker bekannt.
Ende 1960 - Die Konstruktion des AC30 wurde überarbeitet. Mit der zuverlässigeren ECC83 (12AX7) Röhre in der Preamp Sektion wurde ein dritter Kanal hinzugefügt. Der neue "Brilliant" Kanal hatte zwei eigene Eingänge, was die Gesamtzahl der Inputs auf sechs erhöhte. Das neue Modell wurde in AC30/6 umbenannt. Im Sound gab es einen ganz kleinen Unterschied, den einige Musiker bemerkten und fanden, dass der AC30/6 nicht die gleiche Klarheit besaß. So wurde von Vox in 1961 ein zusätzlicher Schaltkreis als Option für neue und bestehende AC30 Verstärker angeboten. Diese Option war die "Brilliance" Option und wurde im Vox Katalog als "Top Boost" aufgeführt. Es war ein zusätzliches Panel auf der Rückseite mit Bass und Treble Regler für den “Brilliant“ Kanal.
Auszüge mit freundlicher Genehmigung:
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