Die 1960er und 70er Jahre

 

1961 - Die ersten Vox Gitarren wurden nun verkauft. Die Stroller und die Clubman. Es waren preisgünstige Modelle, die ein Möbelhersteller für Vox produzierte, und durchaus vergleichbar mit anderen, ähnlichen Modellen, die es zu der Zeit gab.

1962 - Da Tom Jennings sich nicht damit zufrieden gab, billige Gitarren herzustellen, die wie die Importe aus Amerika aussahen, beschloss er, dass ein originelleres Design in besserer Qualität für Vox notwendig war. Nachdem er sich mit dem italienischen Gitarrenhersteller EKO zusammen tat, um die Hälse zu fertigen, kam eine der berühmtesten Gitarren von Vox Ende 1962 heraus. Mit ihrem auffälligen, trapezförmigen Korpus, wurde sie Vox Phantom genannt. In 1962 wurden die AC30 Verstärker sowohl mit einem schwarzen als auch mit dem üblichen hellen Vinylbezug hergestellt. Das gleiche Jahr markiert auch den Beginn einer langen und florierenden Verbindung der Beatles mit Vox. 1962 bekommen die Fab Four direkt eine ganze Batterie von neuen AC30 Amps.

1963 - Die Phantom war inzwischen sehr erfolgreich und wurde von vielen Ausnahmemusikern der Zeit verwendet, unter anderen Dave Clark Five und den Hollies.

Ende 1963 - Vox produziert die Phantom Mk III Gitarre. Gänzlich anders in der Form als die ursprünglichen Phantom Gitarren, wurde dieses rundlichere, lautenförmige Instrument die berühmteste Gitarrenform von Vox. Bald kannte man sie einfach als die "Teardrop"-Gitarre. Das allererste handgemachte Exemplar wurde von dem Gründungsmitglied der Rolling Stones, Brian Jones verwendet und entsprechend berühmt gemacht. Semiakustische Gitarren waren auch sehr angesagt und die Vox Victor wurde ähnlich wie die Mitbewerber von Höfner und Gibson in großer Stückzahl produziert.
Die schwarzen AC30 Verstärker waren jetzt sehr beliebt, und die helleren (Tan genannten) Typen wurden allmählich aus dem Programm genommen. Ein weiterer neuer Vox Verstärker mit mehr Leistung wird vorgestellt, der AC50.

1964 - Der Erfolg von Vox Gitarren brachte eine Expansion der Linie. Und bald waren nicht nur 6-saitige Lead und 4-saitige Bassversionen der Phantom und Teardrop erhältlich, sondern auch 12-saitige Versionen. Bis 1964 produzierte Vox eine 12-saitige Gitarre mit kurzer Mensur, bekannt als "Mando" Gitarre wegen ihrem mandolinähnlichen Ton.

Zu jener Zeit machten immer noch elektronische Orgeln den Großteil der Geschäfte von Jennings Musical Industries aus. Anfang 1962 wurde die Continental I Orgel auf den Markt gebracht, undr wegen des starken Vox Namens wurde sie als Vox Continental I vermarktet. Die Technologie, die für diese Orgel verwendet wurde, führte zu einer der größten Innovationen von Vox zu jener Zeit. Die Vox Gitarren-Orgel war eine Gitarre mit den Oszillatorschaltungen der Vox Continental Orgel. Wenn die Saiten gehalten wurden, erklang der Orgelton und konnte mit dem Gitarrensound kombiniert werden.

Dick Denny war weiterhin kreativ und bald beinhaltete der Vox Katalog die Vox Echo Maschine, das Vox Radio Mikrofon und den ersten Vox Transistorverstärker, den T60. Auch die Top Boost Erweiterung für den AC30 wurde nun in das Design und die Konstruktion des AC30 integriert und wurde als der AC30 Top Boost bekannt.

Der Sound der Vox Continental wurde mit mit dem Number One Hit der Animals "The House of the Rising Sun" gekrönt. Gleichzeitig war er prägend für weitere Chartstürmer z.B. zu hören auf "Do Wah Diddy Diddy" von Manfred Mann und "She's Not There" von den Zombies.

Andere bemerkenswerte Vox Modelle im Jahr 1964 waren die Foundation Basslautsprecherbox und das AC100 Topteil, das für die Benutzung mit der neuen Beatle Lautsprecherbox konstruiert wurde.

Da weitere finanzielle Investitionen nötig waren und befürchtet wurde, dass die goldene Zeit des Pop vielleicht von kurzer Dauer sein könnte, suchte Tom Jennings perspektivisch Käufer für seinen Laden. Im 1964 erwarb die Royston Gruppe eine erhebliche Beteiligung an JMI.

Mit dem Erfolg der Beatles in den USA und der darauf folgenden Nachfrage für Vox Produkte wurde mit der Thomas Organ Company ein Abkommen geschlossen, Vox in die USA zu importieren. Mehr Räumlichkeiten wurden nun notwendig und die Herstellungsfabrik in der West Street, Erith, wurden mit Hilfe der Royston Gruppe etabliert.

1965 - Die Thomas Organ Company begann, die aus England importierten Vox Röhrenverstärker mit ihren eigenen Transistor-Modellen zu ergänzen die in Amerika hergestellt wurden und in den La Sepulvenda Labs entwickelt wurden. Der Super Beatle Verstärker wird lanciert und kommt mit einer Menge Features daher, inklusive eingebaute Referenztöne zum Stimmen und einen Reverb Effekt in Hammond Lizenz.

Die Thomas Organ Company erwirbt einen großen Anteil an der Royston Gruppe und Jennings verliert die Kontrolle über Vox in den USA. Alle US Verstärkermodelle basieren bald auf Transistortechnik.

1966 - Die Thomas Organ Company erweiterte die Serie und die Verstärker aus der 4er und 7er Serie wurden in den Katalog aufgenommen.

1967 - Dick Denney kreirt eine eigene Solid State Verstärker Serie, die ab diesem Jahr in England erhältlich waren. Der Conqueror (30 Watt), Defiant (50 Watt) und Supreme (100 Watt) waren drei Lead Gitarrenampmodelle, die für die damalige Zeit einzigartige Features hatten wie z. B. Distortion, Tremolo und eine Vox Reverb Einheit. Gleichzeitig wurdendrei Bassmodelle vorgestellt, der Dynamic (30 Watt), Foundation (50 Watt) und Super Foundation (100 Watt).

1967 - Wegen der hohen Kosten der Alnico Magnete wurde der Vox Blue Lautsprecher vorübergehend aus dem Verkehr gezogen und durch billigere keramische Magnetspeaker ersetzt. Mit einem kompletten Katalog von Transistorverstärkern begann die große Röhre kontra Transistor Debatte unter den Gitarristen, und da die meisten Röhren bevorzugten, begann Vox etwas von seinem Ruhm für Soundqualität zu verlieren. Das Auftauchen von Hard Rock war wenig hilfreich, mit Legenden wie Hendrix und Cream, die die Verstärker von den Wettbewerbern bevorzugten.

Dafür markiert 1967 das Jahr einer unvergleichlichen Produktnews. Das Wah-Wah wird zum ersten Mal vorgestellt. Konzipiert um den Sound einer gedämpften Trompete zu emulieren, war das Vox Wah-Wah Pedal eines der innovativsten und erfolgreichsten Produkte von Vox.

Mit der Übernahme von Vox durch die Royston Gruppe und der kompletten Kontrolle der USA Geschäfte von Vox durch die Thomas Organ Company, veranlassen Tom Jennings seinen Rückritt einzureichen.

1968 - Bill Wyman Bass wird VOX Endorser, gleichzeitg inverstiert die Royston Gruppe kräftig in andere Gebiete außerhalb der Musikindustrie. Ein Fehlgriff wie sich heraus stellt, denn diese Investitionen machten sich nicht bezahlt, und einige größere Verträge gehen verloren.

1969 - Royston Industries muss in die Liquidation und bekommt einen Konkursverwalter. Nach neun Monaten der Unsicherheit wird die Corinthian Bank der neue Besitzer von Vox. Die Firmierung ändert sich in Vox Sound Ltd.

1970 - Vox Sound Ltd wird an ein Konsortium verkauft, zu dem John Birch und George Stowe von Stolec Electronics und die Schroder Bank gehören. Die Produktion wird nach Hastings verlegt, wo einige Orgel Modelle und der AC30 hergestellt werden. Der AC30 bekommt als Ergänzunge nun auch einen Reverb und wurde mit einer PCB Platine bestückt. Die Röhrengleichrichterschaltung mit der GZ34 wurde durch ein Diodenschaltung ersetzt.

1972 - CBS Arbiter, der Fender Importeur in England, bot an, Vox Sound Ltd. aufzukaufen. George Stowe akzeptierte, und Vox hat einen neuen Besitzer zum vierten Mal. Die Produktion zog in die Dallas Fabrik von Arbiter in Shoeburyness, wo wieder eigene AC30 Versionen produziert werden. Um die Kosten zu senken, werden einige Features entfernt, sehr zum Ärger der AC30 Fans. Das Gehäuse des AC30 Combos wurde nun anstelle des üblichen Mehrschicht Sperrholzes aus Spanplatte hergestellt.

In 1972 hatte Vox das Glück, eine der größten Gitarristen Ikonen überhaupt kennenzulernen: Brian May von Queen.
Brian's typisches Bühnensetup von 12 AC30s, in unnachahmlicher, gestufter Anordnung, ist wohl eines der am meisten abgebildeten Bühnen Setups überhaupt und verhalf Vox zu entsprechend hoher Popularität in Gitarristenkreisen.

Arbiter führt die Vox Orgel mit der Neuauflage der Continental I und Continental 300 wieder ein. Auch eine neue Version des AC50 wird produziert Mit dem V100 erblickt ein neuer Amp das Licht der Welt, wird allerdings nur für eine kurze Zeit im Programm geführt.

Ein Miniaturausgabe des AC30 mit 2.5 Watt Ausgangsleistung und Batteriebetrieb wird lanciert. Bald bekommt diese eine Netzteiloption und dieser, wahlweise im Strom-/Batteriebetrieb arbeitende Amp, wird Vox Escort getauft.

1975 - Der Vox Escort 30 kommt heraus, ein 30-Watt Transistorverstärker, der äußerlich seinem großen Bruder AC30 in Miniatur Form entsprach. Im selben Jahr wird eine Solid State Variante des AC30 gebaut, der AC30SS. Obwohl er nicht wie ein "richtiger" Röhren AC30 klang, war er zu der Zeit und zu dem Kurs eine sehr gute Alternative mit Röhrencharakter.

1978 - CBS-Arbiter hatte bis jetzt versucht, die Marke Vox wiederzubeleben, und neue Modelle wie der AC120 Verstärker, italienische Pedale z.B. ein Wah-Wah und der Tone Bender waren herausgekommen. Aber durch den Rückgang von Live Musik und den starken Wettbewerb mit anderen Musikinstrumentenherstellern wurde der Entschluss gefasst, die Firma Vox Sound Ltd. zu verkaufen.

Auszüge mit freundlicher Genehmigung:

  • bis 1992 aus "The VOX Story - Dick Denney/ Dave Peterson, Copyrights Verlag The Bold Strummer Ltd., P.O. Box 2037, 20 Turkey Circle, Westport, CT 06880, USA

  • ab 1993 Copyrights VOX AMPLIFICATION LTD. - UK