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Rückblick
über sechs Jahrzehnte |
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Wie alles begann
(60er-Jahre)
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Ich war keineswegs von
Kindesbeinen an - wie später einmal in einem Zeitungsartikel
behauptet wurde - mit der Musik vertraut. Erst mit den
fabelhaften Beatles bekam ich den Antrieb, mich
intensiver mit Songs zu beschäftigen. Meine erste
Schallplatte überhaupt war die Single "Long Tall Sally" mit
der B-Seite "I Call Your Name". Die beiden Seiten wurden in
stetem Wechsel auf dem mehr als bescheidenen
Koffer-Plattenspieler unendlich oft abgenudelt. Meine erste
Langspielplatte war "With The Beatles", gekauft zum
Geburtstag von meinem Großvater! Durch Mit- und Nachsingen
kannte man die Songs bald im Schlaf. Die Texte wurden
zunächst abgehört, mit wachsendem Erfolg der Beatles wurden
sie aber bald regelmäßig in Bravo abgedruckt.
Mit der ganzen Klasse zogen
wir damals ins Kino, als A Hard Days Night und
Help (Hi Hi Hilfe) herauskamen, und schmetterten die
Lieder lauthals mit. Und schließlich konnte ich auch die Fab
Four live anlässlich der legendären Bravo-Beatles-
Blitztournee erleben. Hier meine im Jahre 2000
aufgeschriebenen Erinnerungen an dieses Ereignis.

25. Juni 1966 - 17 Uhr
Beatles-Konzertbericht: Karte anklicken! |
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Die Zeit in
Schülerbands (1964 -
1967)
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Das
abgebildete
Schlagzeug
war mein
ganzer
Stolz
jener
Tage.
Ein
spartanisches
Modell,
vergleicht
man es
mit
heutigen
Drum-Sets.
Das
Besondere
daran
war,
dass ich
es auf
Pump bei
einem
örtlichen
Musikalienhändler
gekauft
und
durch
Ferienjobs
abgestottert
hatte.
Es waren
immerhin
astronomische
500 DM
zu
begleichen.
Wer
darüber
lächelt,
vergleiche
nur mal
die
Benzinpreise
von
damals
und
heute. |
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Es begann mit meiner aktiven
Musikerzeit - wie bei vielen
anderen Jugendlichen auch -
in der obligatorischen
Schülerband. Einige
Klassenkameraden konnten
schon Gitarre spielen, also
machte ich mich mit dem
Schlagzeug vertraut. Geübt
wurde in der Fahrschule, die
dem Vater eines Mitschülers
gehörte. Praktisch, denn da
machten wir alle später dann
unseren Führerschein.
Meine Drums bestanden in der
Urversion zunächst aus einem
Kuchenblech. Eine Gitarre
mit Tonabnehmer wurde an ein
Radio angeschlossen. Als
Mikrofon diente eine
Telefonkapsel, die natürlich
auch an das Radio
angeschlossen wurde. Der
Radioapparat hielt das nur
aus, weil die Dinger früher
doch recht gewichtig waren
und einen einigermaßen
großen Lautsprecher hatten.
Als Mikrofonstativ musste
ein ausgemusterter
Lampenständer herhalten.
In jener Zeit entstand mein
erster eigener Song, in
Anlehnung an den
Rock´n´Roll- Klassiker "Roll
Over Beethoven" mit dem
sinnigen Titel "Do You Like
Brahms" versehen - ein im
wahrsten Sinne des Wortes
echter Heuler.
Dann wurde ein
Kofferverstärker
angeschafft, richtige
E-Gitarren und ein echtes
Schlagzeug. An diesen einen
Kofferverstärker wurden
natürlich alle Instrumente
und Mikrofone angeschlossen.
Was sonst noch so fehlte,
wurde in der Regel von
anderen Bands
zusammengeliehen. Es war
üblich, sich gegenseitig
auszuhelfen. So hatte ein
befreundeter Musiker einen
"Echomixer", der sich
dadurch auszeichnete, dass
er einerseits einen extrem
blechernen Hall erzeugte,
andererseits man an ihn aber
mehrere Gitarren bzw. Mikros
gleichzeitig anschließen
konnte.

Telefunken Echomixer
Unsere Band übte nun in der
Milchbar, dann im Keller
unseres Gymnasiums, da die
Fahrschulnachbarn dem Beat,
der anfangs doch besser mit
Lärm beschrieben war, nicht
lange Stand hielten. Man
schrieb das Schuljahr
1965/66. Dass wir in unserer
Schule üben durften, kam
einer Sensation gleich.
Dennoch wurden die jungen
Musiker oftmals mit schrägen
Blicken seitens der
Lehrerschaft bedacht.
Songs wie "Under The
Boardwalk" oder "You Really
Got Me" gehörten zum
Standardrepertoire. Aber
auch deutsche Gruppen wie
die Rattles waren
durchaus Leitbilder. Als
diese einmal am Ort ein
Konzert gaben, war der
Konzertbesuch ein Muss. Die
Raum-Verhältnisse waren
katastrophal, der
Cavern-Club in Liverpool
hatte dagegen wohl
Westfalenhallen-Qualität. So
etwas vergisst man nie!

Grundsätzlich spielten wir
nur nach. Cover-Band, würde
man heute sagen. Es war
nicht unüblich, dass Drummer
auch beim Gesang
mitmischten.
Auftrittsmöglichkeiten
besorgten wir uns in
Jugendheimen und bei
Schulfesten oder schufen uns
selbst welche, indem wir
kurzerhand Klassenfeste
organisierten und die halbe
Stadt dazu einluden. Zu den
Auftritten ging´s nicht etwa
per Auto, sondern mit der
Straßenbahn - aber mit
kompletter Ausrüstung!
Die ursprüngliche
Schülerband wechselte im
Laufe der Zeit öfter mal das
Personal, desgleichen die
Übungsräume. So lernte man
nach und nach sämtliche
Heizungskeller der
umliegenden Jugendheime und
Gemeindehäuser kennen. Auch
der Bandname erfuhr
gelegentliche Updates. Ich
spielte in den (etwas)
länger existierenden
Formationen The Madcaps,
The Dukes,
Ra Horus und XYZ.
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Die Zeit in der
Tanzcombo
(1967 - 1970)
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Irgend wann hatten die
wechselnden Schülerbands
ihren Reiz für mich
verloren. Das Abitur warf
schon seine Schatten voraus.
Es ergab sich die
Möglichkeit, in eine bereits
bestehende etablierte Tanzcombo -
The Fellows - als
Schlagzeuger einzusteigen.
Ich nutzte 1966 die
Gelegenheit, eine völlig
andere Seite des
Musikerdaseins kennen zu
lernen. Auch in der
Tanzmusik werden bekanntlich
Titel nachgespielt. Reizvoll
und neu daran war für mich
als "gelernter"
Beat-Schlagzeuger die
rhythmische Vielfalt.
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Die typische
Tanzband-Formation
jener Tage: Atze
an der
Farfisa-Orgel,
Siggi an der
Rhythmusgitarre,
Erhard an der
Sologitarre,
Hannes am Bass,
ich an den Drums
und alle am
Mikro. |
So auch bei den Fellows, die
das gesamte Repertoire der
damaligen Schlagerwelt
abdeckten. Einerseits wurden
die Publikumswünsche
erfüllt. Wenn man für
Vereine spielte, waren
besonders Evergreens oder
Marsch- und Walzerweisen
gefragt. Andererseits traten
die Fellows auch in
Jugendheimen oder bei
offiziellen Veranstaltungen
und Galas auf und boten
internationale Standards und
aktuelle Pop- und Rocktitel.
Die Spannbreite reichte
dabei von Folklore bis The
Who. Ein ganz besonderer
Auftritt war der Auftritt
beim Empfang einer
israelischen Delegation
durch den Oberbürgermeister
der Stadt.
Ein sehr angenehmer
Nebeneffekt der Muckerei war
natürlich der Verdienst. Als
Oberprimaner konnte man das
gut gebrauchen, denn die
Anforderungen an das
Taschengeld stiegen doch
merklich. Allerdings:
Verglichen mit den Honoraren
heutiger Tanzmusiker bekamen
die Fellows damals einen
Hungerlohn. Und es wurde
davon natürlich eine
ordentliche Summe wieder in
Instrumente und Anlagen
gesteckt. Aber das ist ja
bei Musikern immer so.
Nicht unbedingt angenehm
waren die jährlich
wiederkehrenden
Karnevalsveranstaltungen
bestimmter Veranstalter. So
wurde bei einer
Großveranstaltung ein
mehrstündiges Programm
abgespult, wobei die Band
ständig auf der Bühne
präsent sein musste. In
schöner Abwechslung gab es
dabei Karnevalswalzer und
-märsche bis zum Erbrechen -
tätä, tätä, bumm bumm.
Obwohl die Zeit mit
den Fellows insgesamt
gesehen schön war und eine
Menge wertvoller
musikalischer und
menschlicher Erfahrungen
gebracht hat, war um 1970
herum für mich der Punkt
erreicht, wo ich davon
nichts mehr wissen wollte:
Schluss mit Tanzmusik,
Schluss mit Nachspielen,
Schluss mit Schlagzeug. Ich
wandte mich ganz der
E-Gitarre zu, deren Spiel
natürlich erst einmal
erlernt werden wollte.
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Back to the roots I (1970)
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Von nun an gab es eine Besinnung auf die
Wurzeln der Rockmusik. Besonders Gruppen wie Free,
Taste und Colosseum machten vor, wie der Blues lebendig
blieb und dennoch eine neue Form erhielt. Ich machte meine ersten
öffentlichen "Gehversuche" auf der Gitarre. Zunächst wechselten auch
hier die Besetzungen, ohne dass ernsthaft an einer Sache gearbeitet
wurde. In der Besetzung Drums, zwei Gitarren und Orgel wurde dann
unter dem Bandnamen Ra Horus an einem eigenen Konzept gefeilt,
doch die Formation hielt nicht lange. In dieser Zeit tat ich mich vor
allem dadurch hervor, dass ich in Massen Gitarrenboxen vom Typ 4 x 12"
baute, was um so leichter fiel, da ich in den Semesterferien in einem
Ladenbau-Betrieb zu jobben pflegte.
Schließlich bildete sich um unseren
Drummer von Ra Horus und mich der Kern einer Band, die ab 1971 in Siggi
Bemms Gartenhaus (ein Holzhaus) mit der Überei begann. Heute heißt sein
international renommiertes Tonstudio - danach benannt -
Woodhouse. Später dann konnten wir bei einem Freund einen
Keller selbst ausbauen und dort den "Übungsbetrieb" aufnehmen.
Zwar gab es auch hier in der Anfangsphase noch die ein oder andere
Veränderung, etwa an Bass und Orgel, doch schließlich stand ab 1972 die
Band Verborg Effector.
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Verborg Effector (1972 - 1975)
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Bild anklicken |
Mit Verborg Effector ergaben sich
erstmals völlig neue Möglichkeiten, Klangvorstellungen und
Kompositionsstrukturen zu verwirklichen. Die Besetzung mit
Gesang, Gitarre, Orgel, Schlagzeug, Bass, Geige, Saxophon
und Querflöte bot dazu alle Voraussetzungen. Zeitweilig
wurde auch ein Vibraphon eingesetzt. Die
Bandmitglieder hatten durchaus konkrete Vorbilder. Da war
einmal die multi-instrumentale Band Gentle Giant, die
ich mehrmals live erlebt habe und die eine für damalige (und
heutige!) Verhältnisse unglaubliche Komplexität der Spiel-
und Kompositionstechnik bot.
Die frühen Genesis wiederum bestachen
durch die Melodik und die phantasievollen Inhalte, kunstvoll dargeboten
von Peter Gabriel. Schließlich war da noch Van Der Graaf
Generator, ein wahres Soundgebräu rund um die eigenwillige Stimme
von Peter Hamill.
Das war der Maßstab. Entsprechend
intensiv wurde geübt, 10 Stunden pro Woche im ausgebauten Übungskeller.
Heraus kamen überaus komplizierte Kompositonen, die ich aus heutiger
Sicht vielleicht mit der Bezeichnung "überzüchtet" versehen würde. Der
Erfolg nach zweijährigem Kellerdasein gab der Band allerdings Recht. Die
Erfolgsstory lässt sich anhand der nachstehenden Berichterstattung in
der lokalen Presse gut nachvollziehen.
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In der THG-Aula
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Schon bald nach dem Sieg im
Theater kamen große Herausforderungen auf die Band zu, die
mit einem Schlag
weit über die
Grenzen Hagens heraus bekannt wurde, als AMNESTY
INTERNATIONAL die Gruppe als Vorband für die damalige
deutsche Spitzenband BIRTH CONTROL buchte. Am 16. Februar
1974 fand ein entsprechendes Konzert mit großer Resonanz in
der Aula des Theodor Heuss-Gymnasiums in Hagen statt. Hier
konnte Verborg Effector erstmal fast das komplette Programm
spielen, das insgesamt aus sehr langen Stücken bestand, die
bis zu 12 Minuten dauerten.
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THG-Aula |
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Im Karl Ernst
Osthaus-Museum
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Ein halbes Jahr nach dem Bandwettbewerb hatte sich
Verborg Effector einen guten Ruf erworben. Dazu trugen
natürlich auch die Presseberichte über die Arbeit am Musical
bei.
So kam auch die Einladung des Westdeutschen Künstlerbundes
nicht völlig überraschend. Die Band sollte anlässlich des
Preisverleihung des Osthaus-Preises der Stadt Hagen spielen.
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Bühne im Karl
Ernst Osthaus-Museum |
Am 14. Juni 1974 trat die
Band vor illustrem Kunstpublikum auf und spielte ihr
Programm, das aus wenigen, dafür aber sehr langen
Kompositionen bestand. Die Künstlerschaft nahm das Gebotene
sehr positiv auf.
Der gute Kontakt zum Theater machte es möglich, dass
Bühnenpodeste und Bühnenscheinwerfer zur Verfügung standen.
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The End
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Nach dem
überragenden Project OVEC waren für die Band schon viele Zukunftsweichen
gestellt, u. a. war ich gerade dabei, einen Auftritt beim WDR
einzustielen. Ferner bestand eine Option, OVEC möglicherweise noch
einmal in der WDR-Reihe "Musik extra dry" fernseh-gerecht aufzuführen.
Aber wie es oftmals in Bands ist, die Mehrheit der verehrten Mitmusiker
hatte plötzlich den dringenden Wunsch, ich möge aus der Band
ausscheiden. So geschah es. Wenig später löste sich Verborg Effector auf
(warum wohl?) und war fortan lokale Rockgeschichte. |
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Headway (1978 - 1981)
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Bild anklicken |
Schon 1977 hatte ich den Organisten
und Keyboarder Meinolf Kröger aus Verborg-Effector-Zeiten wieder
getroffen. Wir setzten uns öfter mal zusammen und spielten auch den
ein oder anderen Takt. Es ergab sich dann die Möglichkeit, einen
Kellerraum für Bandzwecke herzurichten. Meinolf und ich machten uns
an die mühselige Arbeit, die - berufsbedingt - fast ein Jahr
dauerte. Dann war der Raum weitgehend schallisoliert und bot zudem
studiotaugliche Möglichkeiten durch einen eigenen Aufnahmeraum mit
Sichtfenster zur Band. Nun wurden im Wesentlichen Aufnahmegeräte,
ein Mischpult, ein Drumset und diverse Verstärker für Bass und
Gitarre gekauft und durch die bereits vorhandenen Instrumente
ergänzt.
Ganzer Stolz der Anlage war Meinolfs
echte Hammond mit Leslie, ein unglaublich schweres Teil, das gerade
durch die Tür passte. Ferner gab es noch das legendäre Wurlitzer-E-Piano
und ein Farfisa-String-Orchestra. Alle Instrumente wurden komplett per
Mikrofon abgenommen, eine Kopfhörer-Anlage wurde installiert.
Ab Ende 1978 stießen Ludger Schürmann und
Werner Weber dazu sowie Detlef Potten am Bass. Damit war
Headway komplett. Zusätzlich ergab es sich, dass ein Freund, Peter
Hörndl, bereit war, sich ans Mischpult zu setzen und sowohl die
Bandgeräte zu fahren, als auch den Bandsound auszusteuern. Nun konnte
geübt werden, was sich besonders durch die Kopfhöreranlage als sehr
bequem erwies.
Zweimal in der Woche wurde geübt und an
einem eigenen Konzept gefeilt. Durch das regelmäßige Mitschneiden der
Übungssessions konnte das Ergebnis der Bemühungen immer kontrolliert
werden, so dass sich schnell eine gewisse Professionalität einstellte.
Zunächst war es gar nicht vorgesehen, in irgend einer Weise öffentlich
aufzutreten. Schließlich entschloss sich die Band aber 1981 doch, den
Sprung auf die Bühne zu wagen.
Im Angesicht der ersten Auftritte verließ
Detlef Potten gewissermaßen ohne Vorwarnung die Band. Ludger machte sich
an die Aufgabe, statt der Rhythmusgitarre nun den Bass zu bedienen. Er
arbeitete sich schnell und gut in das Repertoire ein und die nun auf
vier Musiker geschrumpfte Band absolvierte einige Auftritte. Leider ging
- durch meinen
Umzug bedingt - der Übungsraum verloren. Besonders
Meinolf und ich wollten uns den Bau-Stress nicht noch einmal antun, und
so war das Ende von Headway besiegelt.
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Homerecording (ab 1981)
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Ab 1981 widmete ich mich ausschließlich der gepflegten
Aufnahme eigener Songs. Das war zunächst einmal mit einem
kompletten Austausch der Ausrüstung verbunden. Leider wurden
- weil das Geld für Tonbandmaschinen gebraucht wurde - auch
Teile verkauft, die heute zu den absoluten Raritäten zählen
und die man eigentlich gern noch hätte. Nun ja...
Aufgenommen wurde zunächst mit einer 4-Spur-Maschine (Teac
A3440) und zwei Revox A77 Highspeed zum Mastern. Komplexere
Aufnahmen konnten nur im Ping-Pong-Verfahren hergestellt
werden, was aber Dank dbx-Rauschunterdrückung recht gut
gelang.
Dann kam MIDI auf und die ersten
Sequenzer-Programme für den C-64. Eine mühsame Angelegenheit! Erst mit
dem Atari und der eingebauten MIDI-Schnittstelle wurde die Sache dann
angenehmer und die Programme wurden komfortabler. Immerhin entstand 1985
eine MC mit eigenen Aufnahmen, die veröffentlicht wurde. Bis dahin war
als Alternative nur eine teure Plattenpressung möglich. Die Speicherung
der Aufnahmen war aber nach wie vor ausschließlich auf Band
wirtschaftlich, wobei die großen 26er Tonbänder jeweils rund 60 DM
kosteten (= 45 Minuten Aufnahmezeit bei 38 cm/sec). Auch das ging ins
Geld.
Schließlich stellte ich um auf
8-Spur-Kasseten-Aufnahmen. Die Spulengeräte wurden verbannt. Auch das
Mischpult wurde um einige Dimensionen größer. Der noch aus Bandzeiten
stammende Live-Mixer wurde gegen ein Recording-Pult von Ramsa
ausgetauscht (siehe Bild). Echtes Studio-Feeling kam aber erst auf, als
sich die schnelleren PC ab Pentium 200 durchsetzten und jede Soundkarte
auch eine MIDI-Schnittstelle aufwies. Auch die neue Softwaregeneration
von Steinberg trug ihren Teil bei. Parallel dazu wurden die Kapazitäten
der Festplatten immer größer, während die Preise dafür dramatisch
fielen.
Getoppt wurde das Ganze ab 2003
durch die Anschaffung eines 24-Spur-Digital-Rekorders, ein
Aufnahmegerät, das vor wenigen Jahren noch sündhaft teuer war und das
sich nur gut gebuchte Studios leisten konnten. Wenn man vorher nur
maximal acht Audiospuren zur Verfügung hatte, so war das nun ein
Quantensprung. Aber auch 24 Spuren kann man problemlos füllen.
Seit 2007 nehme
ich nur noch mit
dem Computer
auf. Den
24-Spur-Rekorder
habe ich
abgeschafft. Der
Vorteil des
puren
Harddisk-Recordings
ist die
unmittelbare
Möglichkeit, die
Sounds direkt
bearbeiten zu
können bis hin
zur Korrektur
einzelner Silben
oder Noten. Die
Arbeit gestaltet
sich so sehr
viel
ökonomischer als
mit einem
externen
zusätzlichen
Gerät. Am Ende
muss ja ohnehin
alles in den PC
zwecks
Masterings.
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Soloprojekt (1985)
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1985 war erstmal genügend
Material aufgenommen, natürlich mit den guten alten
REVOX-Maschinen. Ich hatte damals zwei REVOX A77
Highspeed/2-Spur (19 und 38 cm/sec). Damit konnte man - im
Verbund mit einer DBX-Rauschunterdrückung - im so genannten
Ping-Pong-Verfahren sehr gute Aufnahme-Ergebnisse erzielen. Ich habe
fünf Songs ausgewählt und daraus eine MC gemacht, wobei der
Sound in Siggi Bemms Woodhouse-Studio gemastert wurde. Ich
habe die Veröffentlichung dieser Kassette aber immer als
reines Underground-Projekt verstanden. Dazu die Hagener
Presse:
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CD-Projekt 2000
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Schon
seit Ende der 1980er-Jahre hatte ich mit der Dortmunder
Sängerin Anna Pappert
zusammengearbeitet und so manchen Song aufgenommen. Es
stellte sich heraus, dass soviel Material vorhanden war,
dass es sich lohnte, eine CD zu veröffentlichen und
besonders Anna darauf herauszustellen. In Eigenregie und
-arbeit hergestellt und mit dem Label "SongWARE" versehen
erschien die CD
"Anna & More".
Fast parallel dazu stellte ich
meine
Musik auch an verschiedenen Plätzen ins Web, unter anderem bei MP3,
Javamusic, The Music Com., People Sound, Pump Audio und MySpace. Die Resonanz
darauf war erfreulich. Inzwischen hat sich aber die Struktur dieser
Audiosites im Internet sehr zu ungunsten der Musiker verändert, sodass
sich eine Veröffentlichung dort kaum mehr lohnt. Es werden im Grunde nur
die großen Acts gefördert, die ohnehin schon millionenfach verkaufen.
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CD-Projekt 2008
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Im Herbst 2007
hatte ich die
Idee, noch
einmal ein
großes Projekt
wie das damalige
Project OVEC in
Angriff zu
nehmen, also ein
Konzert für
Orchester und
Band. Bestärkt
wurde ich darin
durch den Besuch
einer Aufführung
mit John Lord
und dem
Sinfonischen
Orchester Hagen
im Februar 2008.
Es wurde
noch einmal das
legendäre
Concert for Band
and Orchestra
von 1969 mit Deep
Purple und
den Londoner
Symphonikern
aufgeführt.
Überragend!
Ich habe mich
sofort ans Werk
gemacht und
konnte die
Arbeit im
Frühjahr 2009
fertig stellen.
Herausgekommen
ist ein
umfassende
Komposition:
Overtüre für
Orchester solo,
Hauptwerk für
Band und
Orchester,
Finale für Band
solo - zusammen
rund 65 Minuten
Musik. In
Anlehnung an den
ursprünglichen
Titel habe ich
das Ganze
Project OREC
genannt (Orchester,
Rolf Esser
& Company).
Derzeit ist die
Partitur in
Arbeit und ich
hoffe, das Werk
irgendwann
einmal aufführen
zu können.
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CD-Projekt 2010
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Nach so vielen
Jahren des
Homerecordings
war es an der
Zeit, einmal
Bilanz zu
ziehen. Zu
meiner
Verblüffung war
die Zahl der
fertig
gestellten Songs
ziemlich
angewachsen,
während eine
Fülle von
Songfragmenten
noch auf die
Vollendung
wartet. Ich habe
mich dann
entschieden,
nach 45 Jahren
aktiven
Musikerdaseins
endlich den
Markt mit einer
offiziellen CD
zu beglücken. Ob
der Markt darauf
gewartet hat?
Man wird sehen.
Ich habe dann 30
der fertigen
Songs ausgewählt
und diese an
Freunde
geschickt mit
der Bitte, eine
persönliche
Bestenliste mit
12 meiner
Kompositionen
aufzustellen.
Herausgekommen
ist nun ein
"best of"-Album,
das
gewissermaßen
representativ
ist. Um die
Bastelarbeitarbeit
an Instrumenten,
Geräten und PC
entsprechend zu
würdigen, habe
ich die CD
Rolf Esser´s
Home Studio
betitelt.
Sie ist in
allen
Download-Portalen
und Online-Shops
erhältlich.
Für mich ist das
eine ziemlich
spannende Sache.
Die Erfahrungen
meiner
MySpace-Seite
haben gezeigt,
dass viele der
Seiten-Besucher danach
gefragt haben,
ob und wo man
meine Songs
kaufen kann.
Wohlan, nun ist
es möglich!
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CD-Projekt 2011/1
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Nach der
schwierigen
Auswahl für die
Bestückung
meiner CD "Rolf Esser´s
Home Studio"
blieben etliche
Songs übrig, die
nicht unbedingt
von schlechterer
Qualität waren.
So habe ich mich
entschlossen, 13
Kompositionen
auf eine weitere
CD zu packen und
diese mit dem
Titel Faces
zu versehen, was
mir sehr passend
schien
angesichts der
unterschiedlichen
musikalischen
Ansätze. So gibt
es diesmal ein
Instrumental im
Big Band-Stil zu
hören. Ein
weiteres
Instrumental
baut auf
südamerikanischen
Rhythmen auf.
Auch diese CD
ist wieder im
weltweiten
Handel
erhältlich oder
kann direkt bei
mir bestellt
werden.
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CD-Projekt
2011/2
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Unter dem
griffigen Titel
All That
Great Twangy
Sounds habe
ich auf dieser
CD all meine
Instrumentals
zusammengefasst,
die im Laufe der
Zeit entstanden
sind.
Ursprünglich
waren es 13,
allerdings ist
ein Instrumental
eine
Cover-Version
von Erocs
Wolkenreise, die
ich mit seinem
Einverständnis
aufgenommen
habe, die ich
aber natürlich
nicht
veröffentlichen
darf, ohne
Tantiemen (GEMA)
zahlen zu
müssen. Bleiben
immerhin noch 12
gesanglose Songs
in einer bunten
Mischung - vom
südamerikanisch
angehauchten
"Real Samba" bis
zum diskomäßigen
"Skank Cargo".
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CD-Projekte 2012/2013
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Nach meinem Werk
für Orchester
und Band wollte
ich noch einmal
die klassische
Thematik
aufgreifen. Eine
gute Möglichkeit
schien mir dabei
die Komposition
einer
umfassenden
Ballettmusik. So
machte ich mich
Anfang 2012 ans
Werk. Auf der
Basis einer
sagenartigen
Geschichte mit
dem Titel
Der Glockenhain
entstand am Ende
eine
Ballet-Suite mit
11 Einzelstücken
bei klassischer
Orchesterbesetzung,
konzipiert für
klassisches
Ballett.
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Der Glockenhain
schwebte mir ein
Ballett-Abend
der Kontraste
vor. Einen
großen Gegensatz
zur klassischen
Orchestermusik
bildet sicher
die
elektronische
Musik. So
entstanden 10
weitere
Kompositionen
unter massivem
Einsatz von PC
und
Software-Synthesizers
aller Art,
konzipiert für
modernes
Ballett,
betitelt
Cosmic Dance.
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